Murphy und die Peinlichkeiten

Oh Mannomannomann. Sowas von dämlich!!!
Da hatdie Frau Ella sich von ner Freundin anstecken lassen und streift des nächtens mit ihr durch die Gegend auf der Suche nach dem Vollmond.

Sie: Wir müssen ihn [Anm. d. Red.: den Vollmond] sehen, sonst klappt das nicht, das hat die Kartenlegerin gesagt.
Ella: Tja, aber hier is nix, da sind nur Wolken und hier sind Häuser und es ist viel zu hell um was zu erkennen.
Sie: Dann müssen wir jetzt irgendwo hin, wo es frei ist und nicht so viele Häuser.
Ella: Da fällt mir nur der Park ein.
Sie: Gut, dann fahren wir jetzt in den Park.
Ella: Ach, ich muss nochmal eben schnell diese Straße links rein fahren. Ein letztes Mal. Ist ja kein Umweg. Nicht da der Scheißkerl.

Frau Ella biegt um die Ecke, holpert über das Kopfsteinpflaster, hält an der nächsten Straße, schaut, wird fast vom Blitz getroffen, kann einen Schrei noch unterdrücken, will schnell weg und vorbei, gibt Gas, etwas zu heftig, nix passiert, aber Aufsehen erregt wo ja keines erregt werden sollte, erstaunt-erschrockener Blick seinerseits - er hat mein Auto und mich genau erkannt. Mist. Hinter der nächsten Ampel bahnt sich der Schrei seinen weg in hohen Tönen und lautem Geschimpfe. So eine Scheiße!!! Konnte ja keine Sau ahnen. Warum musste der aber auch grad!?!?! Warum bin ich nur links ab!?!?! Ich Idiot!!! Wie peinlich ist das denn!?!?!?! Kein logischer Grund kann erklären warum ich da grad lang bin. So eine peinliche Scheiße aber auch!!!

In etwa so wie damals auf der Klassenfahrt nach Rom als ich ins Mädelszimmer kam, mit schnaubend hinsetzte und lauthals verkündete, dass der Herr XY (unbeliebter neuer Pauker) ein Spanner wäre. Es war mucksmäuschenstill und als ich in die Ecke des Raums blickte, da stand da der Herr XY. Ich hoffte auf ein großes tiefes Loch, dass sich auftun und mich verschlucken möge, doch nichts dergleichen geschah. Meine Hände vorm Gesicht waren bei weitem kein adäquater Ersatz - genauso wenig wie der aufheulende Motor heute.
Klitzekleines Stück weniger Unsicherheit

In den letzten Wochen und Monaten, ja, es sind inzwischen fast 2,5 Monate, habe ich mich immer wieder gefragt, warum dieser Mensch, der einst beste Freund, von einer Minute auf die andere aus meinem Leben verschwunden ist.
Einfach keine Antwort mehr. Ich habe gemailt, gesimst, auf den AB geredet. Aber nichts. Keine Antwort. Ans Telefon geht er scheinbar nicht mehr, ans Handy auch nicht.

Ich blöde Kuh hab mir zeitweise sogar noch Sorgen gemacht, es könnte ihm ja was passiert sein, er könnte unter die Straßenbahn gekommen sein, oder sonst irgendwas.
Dann kamen die Punkte, an denen ich traurig, schrecklich traurig und enttäuscht war, dann wütend, dann einfach nur unsicher, dann alle Punkte zusammen und wieder abwechselnd. Bei jeder Enttäuschung und Wut das schlechte Gewissen, dass ich ihm damit Unrecht tun könnte, dass ihm vielleicht doch was passiert sein könnte.

Jahrelange Freundschaft, zwar mit räumlicher Distanz, die aber auch irgendwann immer öfter überwunden wurde, dazu anfangs hunderte von Mails und dann stundenlange Telefonate.
Vor einem Jahr hab ich mich noch an seiner Schulter ausgeweint, schrecklich geschluchzt und mich bei ihm aufgehoben gefühlt.
Mein erstes Silvester hier hat er hier mit mir verbracht. Damals hatte ich Angst, dass unsere Freundschaft zerbrechen könnte, weil wir uns "zu nahe" gekommen waren, weil ich mich nicht verliebt hatte, weil ich vielleicht einfach schon so lang allein war, mich einsam gefühlt habe und es einfach so schön war, dass er da war, weil ich ihn doch so gern mochte. Aber verliebt hatte ich mich nicht. Damals hatte ich Angst, die Freundschaft würde daran kaputt gehen. Doch er meinte, wir würden immer Freunde bleiben, auf ewig, da wär er sicher.

Grad fiel mir wieder sein Blog ein. Kein Bericht von Privatem oder Gedanken, sondern eher sowas wie ein Spezial-Reisebericht. Sein Hobby. Letzte Aktualisierung am 5. August.

Er lebt also zumindest. Diesen Teil der Unsicherheit kann ich also abhaken. Bleiben Traurigkeit, Enttäuschung, Wut und die Frage nach dem Warum.

Lieber J., es tut weh, verdammt weh, und ich versteh es nicht.

Dein Mädchen mit Stimme
Erinnerungen 22:44h Link   Kommentieren (0 Kommentare)

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