Wenn Schamlosigkeit und Dummheit sich paaren

Das muss man nicht begreifen.

Da erkrankt ein Mann schwer. Ein Mann, der mehrere Kinder aus mehreren Beziehungen hat, für die er über viele Jahre mit gutem Verdienst großzügig Unterhalt gezahlt und sonstiges gesponsert hat. Er erkrankt so schwer, dass er sterben könnte, dass seine Lebenserwartung stark begrenzt wird. So lang, dass er für mindestens ein dreiviertel bis ein Jahr auf Krankengeld angewiesen sein wird.

Um fair und korrekt zu sein, lässt er von einer Fach-Anwältin berechnen wie der Unterhalt für die berechtigten Kinder (27, 24, 15) zu reduzieren ist und welchen Anspruch die 6-jährige im gemeinsamen Haushalt hat.
Er bittet die Mütter, ihre Einkommensnachweise an die Anwältin zu senden. Die kommen der Bitte nicht nach bis teils nach zweimaliger Aufforderung durch die Anwältin.

Während der Mann finanzielle Einbußen von ca 50% hat, soll der Unterhalt für die betreffenden Kinder lediglich um ca. 25% gekürzt werden.

Der Mann kämpft sich durch mehrere Chemos.

Derweil trudeln von Anwälten der beiden Mütter bzw. mit Vollmacht der erwachsenen Twen-Söhne Schreiben ein, die die finanzielle Situation in Frage stellen, den Zahlbetrag in Frage stellen.
Erneute anwaltliche Tätigkeit notwendig mit Anforderung von Einkommensnachweisen der Söhne.

Währenddessen verweigern die Söhne jeglichen Kontakt, erkundigen sich monatelang nicht EINMAL nach dem Befinden des Vaters, der grad durch die Hölle geht.

Im Zuge der anwaltlichen Anforderungen stellt sich heraus, dass einer der Söhne Ausbildungsvergütung erhält, seit vermutlich fast einem Jahr, dies aber dem Vater nicht mitgeteilt hat, und eigentlich gar keinen Anspruch mehr hat.

Nachdem Monate nach diesem schamlosen und dummen Verhalten ins Land gezogen sind, kommt die anwaltliche Rechnung - Höhe 63% des monatlichen Krankengeldes. Der Betrag überschreitet den monatlichen Unterhalt, der aktuell zu zahlen ist. Er ist ein Vielfaches dessen, um den die Unterhaltsbeiträge gekürzt sind.
War das echt nötig??? Hätte man das in der Situation nicht kooperativer und verhältnismäßiger klären können. Hätte man da nicht ein klein wenig Anstand haben können?
(Damit ist nicht die Anwältin gemeint, sondern der Teil der Familie, der das ausgelöst hat.)

Der eine Sohn, 27, 2x sitzengeblieben, Studienfach nach X Semestern gewechselt, möchte nächste Jahr mal den Bachelor machen und dann noch 2 Jahre Master. Er hat seinem Vater fast 6 Monate nach Diagnose ein Foto per WhatsApp zum Geburtstag geschickt. Dazu die anwaltliches Vollmacht. Das waren nach meinem Kenntnisstand die einzigen Kontaktpunkte.

Ich könnte angesichts all dessen wieder mal nur schreien, wüten, heulen ... kotzen, so ekelhaft ist das.
Wut kocht über

Wenn du da sitzt, die Kopfhörer auf, Spotify Zeitkapsel, volle Lautstärke, nur kurz mal raus aus dieser Welt, die grad um dich rum zusammenbricht, die sich scheinbar grad mit jedem gegen dich verschworen hat.

So ein Moment, in dem einfach mal alles zu viel ist.

Die Eltern, die seit Wochen immer wieder den Termin für die Abschiedsfeier der Gastschülerin in der Familie meines Bruders erwähnen, aber nach mehrmaliger Nennung den Termin der Einschulung ihrer Enkelin immer noch nicht im Kalender haben. Der Bruder, der nonchalant, weil es ihm grad anders in den Sinn gekommen war, das Wochenende mit der ganzen Familie absagt, weil er lieber mit Freunden nach Malle fliegt, der damals vor Einschulung des Jüngsten selbstverständlich fand, dass ich als Patentante Urlaub nehme, aber jetzt auch 2 Monate nach Einladung zur Einschulung meiner Tochter noch nichtmal geantwortet hat, der neulich als wir ihn zur Mittagspause treffen wollten, einfach gar nicht geantwortet hatte. Die Muttis, die ständig jammern und laut Me-Time und Urlaub alleine und mehr Einsatz der Väter fordern, aber genau die sind, die davon am meisten haben, die ein Riesen-Gewese um kleine Dinge machen als hätten sie sonst nix, um das sie sich kümmern könnten. Die Kinder des Mannes, die informiert sein wollen, wenn der Papa in der Klinik ist und telefonieren wollen, obwohl man eh Kopf und Erledigungsliste übervoll hat. Der Mann, der alles auf seine ganz spezielle Art und Weise haben will und gar nicht merkt, dass er mir damit Scheiße auflädt, der an zig Dinge nicht denkt, aber stinkig wird, wenn ich dran erinnere. Ja, und manchmal auch das Kind, dass alles hinterm A... liegen lässt und schon mit seinen 6 Jahren mit Ausreden daher kommt, die dem Vater alle Ehre machen, mich dabei aber noch unverschämt anschreit.

Ja, in solchen Momenten, bin ich dankbar für den Kopfhörer und sowas wie Black Sabbath / Paranoid oder Rage against the Machine / Killing in the Name in meiner Spotify Zeitkapsel.
Seele 16:35h Link   Kommentieren (0 Kommentare)
Blut ist halt doch dicker als Wasser

Seit Wochen knatscht und kracht es.

Es sind im Kern die Themen, die es immer schön waren, nur dass sie jetzt - wie heißt das so schön? - pressieren. All das, was die letzten Jahre nicht geregelt wurde, nicht vorgesorgt, nicht abgesichert würde, müsste jetzt wirklich dringend gemacht werden. Aber obwohl jetzt die Zeit da ist, zieht es sich, wird geschoben und ausgewichen.

Statt mehr Nähe und gegenseitigem Verständnis und Unterstützung, herrscht größere Distanz. Und jede Auseinandersetzung ist jetzt auf meiner Seite mit größeren Schuldgefühlen verbunden - mein Mann ist krebskrank und ich streite mit ihm!

Ich übernehme gern mehr. Ich wuppe das gern alles. Ich hab auch gern die anderen Kinder auf dem Laufenden gehalten als es ganz akut war und er nicht konnte.

Ich würd mir dabei nur wünschen, dass er mir das erleichtert, indem er sich um die Dinge kümmert, die er machen kann, und dass wir einen engen Austausch haben, dass ich alle Informationen bekomme und die erste bin, mit der er sich austauscht, dass wir Entscheidungen gemeinsam treffen und unsere kleine Familie Priorität hat.
Dochdem ist leider nicht so - nur er sieht das gar nicht, oder will das nicht sehen. Stattdessen wird über so gravierende Dinge sinniert wie ein Verkauf des Elternhauses und angemerkt, dass er dazu erstmal mit den Kindern sprechen muss. Aber er will überhaupt nicht verstehen, dass hier vielleicht die Prioritäten nicht passen.

Und dann sitzt du mit ihm am Kaffeetisch, die erwachsene Tochter ruft an und du erlebst wie dein Mann plötzlich ein anderer Mensch ist - gesprächig, mitteilsam .... medizinische Details und Befindlichkeiten werden kommuniziert, von denen du noch nichts wusstest, 20 Minuten Gespräch, in dem mehr Austausch stattfindet als wir zuletzt manchmal in einer ganzen Woche hatten.
Eine Situation, die sehr zu denken gibt! Ihm hoffentlich jetzt auch.

Blut ist halt wohl doch dicker als Wasser - zumindest das der ersten Kinder ....
18:22h Link   Kommentieren (0 Kommentare)
Des Teufels dickster Haufen

Ich hadere.

Ich hadere mit dem Schicksal, mit der Vergangenheit, mit den nicht beachteten Mahnungen, mit der Ungerechtigkeit, hadere mit der Zukunft, nein, vor ihr hab ich Angst. Was kommt da nur auf uns zu?

Die Diagnose ist noch nicht abgeschlossen, aber alles was da im Raum steht, sich da abzeichnet, ist ziemlich desaströs. Man liest durchschnittliche 5-Jahresüberlebensraten von 53%. Klar. Durchschnitt. Individuelle Verläufe können anders sein. Aber das macht Angst. Angst dass man sich viel früher verliert als gedacht. Angst dass er nicht nur nicht mit Kindern unserer Tochter spielen wird, sondern sie ihn gar nicht mehr erlebt so lange sie selbst noch spielt.

Und er geht mit dieser Bedrohung, die da grad über uns schwebt, ganz anders um als ich, auf eine Art, die es mir noch schwerer macht.

Es kann doch eigentlich nicht sein, dass es uns WIEDER trifft. Mein Tumor damals trifft so 1-3 von 100.000 jährlich. Aber er ist in 85% der Fälle gutartig und dieses Glück hatten wir auch. Was bei ihm im Raum steht ist bösartig, unheilbar und man spricht nur von zurückdrängen und Rezidive rauszögern, und trifft 3-5 von 100.000 pro Jahr.

Sind wir denn wirklich des Teufels dickster Haufen, auf den er immer wieder scheißt?! Warum zum Teufel?!
Warum

passieren bestimmte Dinge nur heim Vater????

Total entspannter Tag in Holland. Haus am Strand. Vormittags alles zusammen unten am Strand - nix passiert.

Man will nach Tee und Keksen nochmal runter, spricht, nee keine Matschhose, wollen nicht ins Wasser. Mutter flitzt zurück um Springseil und Drachen zu holen. Mutter sieht schon beim zurück kommen, dass Kind zu tief für die Gummistiefel im Wasser steht und die Hose nass hat. Wundert sich, weil Vater doch mit kurzer Neoprenhose und Flipflops daneben steht. Regt sich auf. Vater: ich hab's ihr gesagt . . Mutter fassungslos.

Wie damals beim Flohmarkt am Wasserspielplatz, im September, kalt - Mutter kommt von der Runde zurück, Kind ist nass.

Warum passiert sowas nicht an den 360 Tagen mit Mutter, sondern in den kurzen Momenten mit Vater allein?!?!?!

Ich werd's nie verstehen. />

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