Blut ist halt doch dicker als Wasser

Seit Wochen knatscht und kracht es.

Es sind im Kern die Themen, die es immer schön waren, nur dass sie jetzt - wie heißt das so schön? - pressieren. All das, was die letzten Jahre nicht geregelt wurde, nicht vorgesorgt, nicht abgesichert würde, müsste jetzt wirklich dringend gemacht werden. Aber obwohl jetzt die Zeit da ist, zieht es sich, wird geschoben und ausgewichen.

Statt mehr Nähe und gegenseitigem Verständnis und Unterstützung, herrscht größere Distanz. Und jede Auseinandersetzung ist jetzt auf meiner Seite mit größeren Schuldgefühlen verbunden - mein Mann ist krebskrank und ich streite mit ihm!

Ich übernehme gern mehr. Ich wuppe das gern alles. Ich hab auch gern die anderen Kinder auf dem Laufenden gehalten als es ganz akut war und er nicht konnte.

Ich würd mir dabei nur wünschen, dass er mir das erleichtert, indem er sich um die Dinge kümmert, die er machen kann, und dass wir einen engen Austausch haben, dass ich alle Informationen bekomme und die erste bin, mit der er sich austauscht, dass wir Entscheidungen gemeinsam treffen und unsere kleine Familie Priorität hat.
Dochdem ist leider nicht so - nur er sieht das gar nicht, oder will das nicht sehen. Stattdessen wird über so gravierende Dinge sinniert wie ein Verkauf des Elternhauses und angemerkt, dass er dazu erstmal mit den Kindern sprechen muss. Aber er will überhaupt nicht verstehen, dass hier vielleicht die Prioritäten nicht passen.

Und dann sitzt du mit ihm am Kaffeetisch, die erwachsene Tochter ruft an und du erlebst wie dein Mann plötzlich ein anderer Mensch ist - gesprächig, mitteilsam .... medizinische Details und Befindlichkeiten werden kommuniziert, von denen du noch nichts wusstest, 20 Minuten Gespräch, in dem mehr Austausch stattfindet als wir zuletzt manchmal in einer ganzen Woche hatten.
Eine Situation, die sehr zu denken gibt! Ihm hoffentlich jetzt auch.

Blut ist halt wohl doch dicker als Wasser - zumindest das der ersten Kinder ....
18:22h Link   Kommentieren (0 Kommentare)
Des Teufels dickster Haufen

Ich hadere.

Ich hadere mit dem Schicksal, mit der Vergangenheit, mit den nicht beachteten Mahnungen, mit der Ungerechtigkeit, hadere mit der Zukunft, nein, vor ihr hab ich Angst. Was kommt da nur auf uns zu?

Die Diagnose ist noch nicht abgeschlossen, aber alles was da im Raum steht, sich da abzeichnet, ist ziemlich desaströs. Man liest durchschnittliche 5-Jahresüberlebensraten von 53%. Klar. Durchschnitt. Individuelle Verläufe können anders sein. Aber das macht Angst. Angst dass man sich viel früher verliert als gedacht. Angst dass er nicht nur nicht mit Kindern unserer Tochter spielen wird, sondern sie ihn gar nicht mehr erlebt so lange sie selbst noch spielt.

Und er geht mit dieser Bedrohung, die da grad über uns schwebt, ganz anders um als ich, auf eine Art, die es mir noch schwerer macht.

Es kann doch eigentlich nicht sein, dass es uns WIEDER trifft. Mein Tumor damals trifft so 1-3 von 100.000 jährlich. Aber er ist in 85% der Fälle gutartig und dieses Glück hatten wir auch. Was bei ihm im Raum steht ist bösartig, unheilbar und man spricht nur von zurückdrängen und Rezidive rauszögern, und trifft 3-5 von 100.000 pro Jahr.

Sind wir denn wirklich des Teufels dickster Haufen, auf den er immer wieder scheißt?! Warum zum Teufel?!
Warum

passieren bestimmte Dinge nur heim Vater????

Total entspannter Tag in Holland. Haus am Strand. Vormittags alles zusammen unten am Strand - nix passiert.

Man will nach Tee und Keksen nochmal runter, spricht, nee keine Matschhose, wollen nicht ins Wasser. Mutter flitzt zurück um Springseil und Drachen zu holen. Mutter sieht schon beim zurück kommen, dass Kind zu tief für die Gummistiefel im Wasser steht und die Hose nass hat. Wundert sich, weil Vater doch mit kurzer Neoprenhose und Flipflops daneben steht. Regt sich auf. Vater: ich hab's ihr gesagt . . Mutter fassungslos.

Wie damals beim Flohmarkt am Wasserspielplatz, im September, kalt - Mutter kommt von der Runde zurück, Kind ist nass.

Warum passiert sowas nicht an den 360 Tagen mit Mutter, sondern in den kurzen Momenten mit Vater allein?!?!?!

Ich werd's nie verstehen. />
Family Wars

Patchwork's a Bitch!

Nein, ich ziehe nicht einfach um nach Frankfurt, gebe Job und komplettes Umfeld auf, ohne dass dafür Rahmenbedingungen und Spielregeln vereinbart sind. Nein, wir sind nicht mehr in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts, in denen Frau dem Mann, Teilzeit- dem Vollzeiteinkommen ohne Einwand und Fragen folgte!

Und bockig kann ich auch, wenn man mir so kommt!
Ist das noch normal?

Dieses übermäßige herz-weich-nah-am-wasser-gebaut-sein hat ja nach der Schwangerschaft nie wieder so ganz aufgehört ... aber so langsam nimmt es schon extreme Züge an ...
Kind hört Kölsche Lieder CD, In unsern Veedel - Ella singt laut mit, drückt das Kind ganz fest und heult ...
Kind schaut Heidi, Folge als sie heim kommt zum Opa - Ella sitzt neben dem aufmerksam schauenden aber sonst keine Regung zeigenden Kind und heult ...
Wenn das so weitergeht, ist es bald wieder soweit, dass mir schon ne Merci-Werbung die Tränen in die Augen treibt.

Lilypie Kids Birthday tickers